Der mit 10.000 EUR dotierte Forschungspreis des Förderkreises Dresdner Herz-Kreislauf-
Tage geht in diesem Jahr an Dr. Achim Lother aus aus der Klinik für Kardiologie und Angiologie (Direktor: Prof. Dr. Christoph Bode) des Universitäts-Herzzentrum Freiburg ∙ Bad Krozingen. Wir gratulieren recht herzlich.  

Der Forschungspreis wird dem Preisträger (Mitte) von Prof. Dr. Ruth H. Strasser, 1. Vorsitzende des Förderkreis Dresdner Herz-Kreislauf-Tage und Josef A. Hoffmann, 2. Vorsitzender des Förderkreis Dresdner Herz-Kreislauf-Tage überreicht.




Pressemitteilung aus dem Universitätsklinikum Freiburg:

Auszeichnung für Freiburger Nachwuchsforscher

Kardiologe für Grundlagenforschung zu organspezifisch wirksamen
Medikamenten gegen Herzmuskelschwäche geehrt


Dr. Achim Lother aus der Klinik für Kardiologie und Angiologie I (Direktor:
Prof. Dr. Christoph Bode) des Universitäts-Herzzentrum Freiburg ∙ Bad
Krozingen erhält für seine Arbeiten zu den molekularen und zellulären
Grundlagen der Herzinsuffizienz den Forschungspreis der Dresdner
Herz-Kreislauf-Tage 2014. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird vom
Förderkreis der Dresdner Herz-Kreislauf-Tage e.V. an junge Wissenschaftler
vergeben, um ihre Projekte in der Herzforschung zu unterstützen. Die
feierliche Verleihung findet am Samstag, den 25. Januar 2014, im Rahmen der
Dresdner Herz-Kreislauf-Tage statt.

Dr. Lother überzeugte die Jury mit seinem Projekt „Endotheliale
Mineralokortikoidrezeptoren bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen“. Es soll die
grundlegende Funktion bestimmter Moleküle bei der Entstehung von
Herzinsuffizienz klären. Von dieser auch als Herzmuskelschwäche bekannten
Erkrankung sind in Europa und den USA zehn Prozent aller 80-Jährigen
betroffen. Die Herzinsuffizienz wird unter anderem durch Herzinfarkt oder
langjährigen Bluthochdruck ausgelöst. In ihrer chronischen Form ist sie zum
einen mit einer hohen Sterblichkeit verbunden, zum anderen schränkt sie die
Betroffenen durch verminderte Belastbarkeit und Atemnot in ihrem Alltag
stark ein. Bis heute steht keine ursächliche Therapie zur Verfügung.

„Wir wollen verstehen, welche Zelltypen und welche Abläufe in der Zelle
für die Ausbildung und Erholung einer Herzinsuffizienz von entscheidender
Bedeutung sind“, fasst Dr. Lother seine Arbeit zusammen. Diese Erkenntnisse
könnten die Grundlage für die Entwicklung neuer Medikamente bilden. Die
bisher zugelassenen Medikamente zur Blockade des Mineralokortikoidrezeptors
lindern die Symptome der Herzinsuffizienz und wirken lebensverlängernd,
binden aber gleichzeitig an Rezeptoren in der Niere. Da zahlreiche
Herzinsuffizenz-Patienten auch an Nierenschwäche leiden oder eine
Schädigung dieses Organs befürchten müssen, kommen die existierenden
Medikamente nur bei 30 Prozent aller Betroffenen zur Anwendung.

Um einen organspezifischen Ansatzpunkt für die Behandlung der
Herzinsuffizienz zu finden, untersucht Dr. Lother in enger Zusammenarbeit
mit den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Lutz Hein am Institut für
experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität
Freiburg und Prof. Dr. Martin Moser am Universitäts-Herzzentrum Freiburg ∙
Bad Krozingen die Rolle des Endothels, der inneren Auskleidung der
Blutgefäße. Dr. Lother konnte zeigen, dass der Mineralokortikoidrezeptor im
Endothel für die Herzfunktion und die Blutgefäßneubildung von wesentlicher
Bedeutung ist. „Unser Ziel ist es jetzt, Signalwege in diesen Zellen zu
entdecken, die durch Arzneistoffe gezielt angesprochen werden können und
dadurch einen nierenschonenden Therapieansatz für die betroffenen Patienten
darstellen“, so Lother.

Mit Dr. Lother entschied sich die Jury in der siebenjährigen Geschichte des
Preises bereits zum zweiten Mal für einen Freiburger: 2011 war bereits Dr.
Sebastian Grundmann aus der Klinik für Kardiologie und Angiologie für seine
Grundlagenforschung zum akuten Herzinfarkt ausgezeichnet worden.

Ein Portraitfoto von Dr. Lother finden Sie unter
http://www.uniklinik-freiburg.de/presse/live/Pressemitteilungen/Archiv2014/1Quartal2014/FotoLother.jpg
Bildrechte: privat

Hintergrundinformationen zu den Dresdner Herz-Kreislauf-Tagen gibt es unter
http://www.dresdner-herz-kreislauf-tage.org/

Kontakt:
Dr. Achim Lother
Assistenzarzt
Klinik für Kardiologie und Angiologie
Telefon: 0761 270-34010
achim.lother@universitaets-herzzentrum.de

Prof. Dr. Christoph Bode
Ärztlicher Direktor
Klinik für Kardiologie und Angiologie
Telefon: 0761 270-34411
christoph.bode@universitaets-herzzentrum.de

Diese Mitteilung finden Sie als PDF unter
http://www.uniklinik-freiburg.de/presse/live/Pressemitteilungen/Archiv2014/1Quartal2014/ForschungspreisLother.pdf